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Die Mietpreis-Initiative ist zustande gekommen!

Mit 108’437 gültigen Unterschriften geht die Initiative nun an Bundesrat und Parlament. Dank eurer Unterstützung können wir den missbräuchlich hohen Mieten an der Urne ein Ende setzen.

Das will die Mietpreis-Initiative

Die Mietpreis-Initiative setzt endlich durch, was eigentlich schon Realität sein sollte: Mieten dürfen nicht missbräuchlich hoch sein. Sie müssen sich an den tatsächlichen Kosten einer Liegenschaft plus einer angemessenen Rendite orientieren – nicht an maximalen Profiten. Das steht zwar seit langem im Gesetz - wird aber in der Praxis kaum kontrolliert. Deshalb bezahlen Mietende jeden Monat durchschnittlich 360 Franken zu viel. Die Mietpreis-Initiative ändert das: Mieten werden automatisch und regelmässig überprüft. So können missbräuchlich hohe Mieten endlich wirksam gesenkt werden.

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
Art. 109 Abs. 1bis und 1ter

1bis Ein Mietzins ist missbräuchlich, wenn er die tatsächlichen Kosten für die Mietsache zuzüglich einer angemessenen Rendite übersteigt oder wenn er auf einem übersetzten Kaufpreis beruht.

1ter Die Mietzinse müssen automatisch und regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine Überprüfung findet auch auf Verlangen der Mieterschaft statt.

Um was geht es bei der Mietpreis-Initiative?

Warum müssen die Mieten sinken?

Die Schweiz ist ein Land der Mietenden: Rund 60 Prozent der Haushalte sind Miet-Haushalte. Gleichzeitig sind die Angebotsmieten in den letzten 20 Jahren um mehr als 32% gestiegen. Das trifft viele Menschen hart - die Miete ist für viele der grösste Ausgabenposten im Haushaltsbudget. Fast 40% der Mietenden geben heute mehr als einen Drittel ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus – deutlich mehr, als die Budgetberatung Schweiz empfiehlt. Für viele bedeutet das ein Armutsrisiko. Und immer häufiger geraten auch Haushalte mit mittleren oder hohen Einkommen unter Druck.

Warum sind die Mieten zu hoch?

Eigentlich gilt im Mietrecht die Kostenmiete: Mieten dürfen sich nicht an maximalen Profiten orientieren, sondern nur an den tatsächlichen Kosten einer Liegenschaft plus einer angemessenen Rendite. Liegt die Miete darüber, ist sie missbräuchlich und gesetzlich nicht erlaubt. Doch in der Praxis verlangen viele Vermietende höhere Mieten, als das Mietrecht erlaubt. Und das bleibt oft folgenlos: Niemand überprüft systematisch, ob das Gesetz eingehalten wird. Die Mietenden müssen sich heute selbst wehren, wenn ihre Miete missbräuchlich hoch ist.

Wer profitiert von überhöhten Mieten?

Mietende zahlen heute im Durchschnitt rund 360 Franken pro Monat zu viel pro Haushalt. Hochgerechnet sind das jährlich rund 10 Milliarden Franken, die den Haushalten fehlen. Dieses Geld landet vor allem bei institutionellen Anlegern wie Immobilienkonzernen, Banken und Versicherungen (UBS, Swiss Life und Co). Und deshalb fehlt es Ende Monat im Portemonnaie, beim Einkauf, in der Freizeit und in der lokalen Wirtschaft.

Ist die Initiative gegen HauseigentümerInnen?

Nein, überhaupt nicht. Die Mietpreis-Initiative richtet sich nicht gegen faire Vermietende. Das Problem sind vor allem Immobilienkonzerne, die missbräuchlich hohe Mieten verlangen und ihre Profite auf Kosten der Mietenden maximieren. Wer heute faire Mieten verlangt, hat nichts zu befürchten.

Will die Initiative Wohneigentum erschweren?

Nein, im Gegenteil: Missbräuchlich hohe Mieten schaden auch denjenigen, die Wohneigentum erwerben möchten. Denn heute zahlen Immobilienkonzerne bisweilen Fantasiepreise für Land und Liegenschaften, weil sie diese mit überteuerten Mieten finanzieren können. Das treibt die Boden- und Immobilienpreise weiter in die Höhe und führt dazu, dass sich immer weniger Menschen Wohneigentum leisten können. Mit der Mietpreis-Initiative sinken auch die Bodenpreise und mehr Menschen können sich wieder Wohneigentum leisten.

Was ändert die Mietpreis-Initiative konkret?

Heute müssen Mietende selbst aktiv werden, wenn ihre Miete missbräuchlich hoch ist. Das ist kompliziert, aufwendig und für viele mit dem Risiko verbunden, einen Konflikt mit ihrer Verwaltung einzugehen und schlimmstenfalls ihre Wohnung zu verlieren. Die Mietpreis-Initiative dreht diese Logik um: Mieten sollen automatisch und regelmässig überprüft werden. So wird das geltende Mietrecht endlich durchgesetzt – ohne dass einzelne Mietende allein gegen Vermietende oder Immobilienkonzerne antreten müssen.

Warum braucht es eine Volksinitiative?

Der Mieterinnen- und Mieterverband setzt sich seit Jahren gemeinsam mit seinen Verbündeten für wirksamen Schutz vor missbräuchlichen Mieten und für mehr bezahlbare Wohnungen ein. Doch im Parlament sind entsprechende Vorstösse immer wieder gescheitert – und auch der Bundesrat handelt nicht. Deshalb braucht es jetzt den direkten Weg über die Volksinitiative: Damit die Stimmbevölkerung entscheiden kann, ob missbräuchlich hohe Mieten endlich gestoppt werden.

So geht's weiter

Phase 1: Unterschriftensammlung
Im Juni 2025 haben wir die Mietpreis-Initiative lanciert und innerhalb von einem Jahr 140'048 Unterschriften gesammelt.

Phase 2:  Einreichung und Prüfung
Am 23. Juni 2026 haben wir die Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Sie hat 108'437 Unterschriften für gültig erklärt. Die Initiative ist somit am 13. August 2026 offiziell zustande gekommen.

Phase 3: Bundesrat und Parlament ⬅️
Nach dem Zustandekommen nehmen Bundesrat und Parlament Stellung zur Initiative. Sie können die Initiative unterstützen, ablehnen oder ihr einen Gegenentwurf bzw. Gegenvorschlag gegenüberstellen.

Phase 4: Volksabstimmung
Am Ende entscheidet die Stimmbevölkerung. Die Abstimmung findet voraussichtlich zwischen 2028 und 2030 statt.

Auf dem Laufenden bleiben

Die Initiative ist zustande gekommen – jetzt geht es in Bundesrat und Parlament weiter. Mit unserem Newsletter bleibst du dran: Du erfährst, was politisch passiert, wie du mitmachen kannst und wann neues Kampagnenmaterial verfügbar ist.

Unterstützende Organisationen

Diese Organisationen setzen sich für die Mietpreis-Initiative ein und engagieren sich für faire Mieten.